Am Horizont des Lebens

Zu Arbeiten von Günter Ludwig


Wenn du sagst

meine Zeit ist vorbei

dann beende mich



Und am Horizont des Lebens - dringt Technik in das Leben ein

Identität sucht man vergebens und Leben wird in Technik sein

 


Schuldig?


„Im Namen des Volkes ergeht folgendes Urteil" 

 

So sprecht – wofür?  Wofür verurteilt ihr?

 

Im Namen des Volkes erhebt ihr euch

Im Namen des Volkes vergeht ihr euch

 

An denen  - die am Boden liegen

An denen - die zu lange schwiegen

zu eurer Ungerechtigkeit

 

Wer trägt nun die Schuld - an ihrem Vergehen

 

Was ließen sie zuvor über sich ergehen 

als sie für euch ihre Unschuld ließen

 

Zu Unrecht habt ihr sie gebrochen

ihnen das Leben geraubt - ihre Seelen zerbrochen

 

und nun sind sie die Schuldigen

 

Im Namen der Wahrheit werden wir sie rächen

Im Namen der Klarheit Wahrheit sprechen

 

so dass jede Blume falscher Unschuld verblüht

 


Steingesicht

Nackte Fratze

Steingesicht

Tiefe Augen 

ohne Licht

 

Stumme Schreie 

gellend Hallen

 

Engel aus dem Himmel fallen

 

Graue Hülle

dreht sich fort

tritt ins Dunkel

spricht kein Wort

 

Dichter Nebel 

hüllt sie ein

wird für immer

um sie sein

 

 


Weinend Kehlen die entschwinden - wütend Heer sie schlägt

 

Schreiend Seelen die sich winden - blutend Meer sie trägt

 

Eure dunklen Taten sprechen - mehr als jedes Wort 

 

Dies wird einst der Himmel rächen - schickt euch wieder fort! 


Nur eine Nacht


 

Nur eine Nacht ihre Haut berühren

sie wiegend halten - zart verführen

 

Nur eine Nacht ihren Duft aufnehmen

sie liebend halten - nah sie spüren

 

Nur eine Nacht kein Engel sein

Begehren leben - Lust rausschreien

 



Höllentor


Voluptas

 

 

„Lasst ab von ihr

 

befreit sie wieder

 

sonst brenn' ich

 

eure Unschuld nieder“

 

 

 

So hörte ich Amor

 

aus dem Himmel schreien

 

wir sollten ihm

 

Seine Voluptas befreien

 

 

 

Voluptas sang

 

Aus Höllentiefen

 

Während die Sklaven der Hölle

 

um Vergebung riefen

 

 

 

Maske der Eitelkeit

Hast die Quelle neu gesetzt

dir die Lippen frisch benetzt

 

Dich geschützt vor dem Choral

dich beschützt vor fremder Qual

 

Hast die Hölle neu besetzt

dir die Maske aufgesetzt

 

Die dich schützt vor der Moral

die dir lässt die freie Wahl


Schandhure*

 

Oh Mensch

der du im Recht dich wähntest

zu nehmen ihr die Würde

 

Oh Mensch

der du die Schand' erwähntest

schwer auferlegte Bürde

 

Dem Schleier

deiner gottlosen Moral

dem wirst du nicht entkommen

 

Das Netz verewigt all die Qual

zeigt was du ihr genommen

 

 

 

*Anmerkung zum Begriff: Der Begriff ist einem alten, ostpreußischen Kirchenbuch entnommen. Zum Zeitpunkt der Eintragung war nicht zu erahnen, dass eines Tages die ganze Welt diese Eintragung lesen können wird.

Der Eintrag steht - liegt offen - die Zeiten ändern sich und damit auch die Bewertung der Tatsachen. Wir wissen heute nicht, was morgen ist und wie das Morgen unser heute verändern wird.

Der provokante Begriff wurde beabsichtigt übernommen, nicht um zu beleidigen, sondern um die Auswirkungen der fortschreitenden Digitalisierung, bei gleichzeitiger Veränderung gesellschaftlicher Moralvorstellungen, aber unveränderlichen Relikten, einer anderen Zeit, darzulegen.

 

Das beeindruckende Bild, zu dem der Text erstellt wurde, ist aus Jugendschutzgründen nicht abgebildet.

 


Bezichtigung

 

Die Höllenhunde stehen längst bereit

 

sie warten auf dich, es ist so weit!

 

 

 

Mein Kind

 

die Hölle

 

sie ist dein

 

 

 

nie mehr

 

wirst du

 

so einsam sein

 

 

 

Knochenhände werden deinen Boden entzweien

 

schrille Schreie dir deine Heimat befreien

 


 

 

 

Die Bildrechte, der hier abgebildeten Bilder, liegen bei Günter Ludwig.